Wärmebildkamera - nie mehr ohne!

Wärmebildgeräte werden in der Jagdpraxis inzwischen häufig eingesetzt
Wärmebildkamera mit Rotfilter für den jagdlichen Einsatz

Ein Jahr unterwegs mit der Wärmebildkamera

Ich habe die nicht unerhebliche Investition in die Wärmemebildkamera Quantum Pulsar HD50s nicht eine Sekunde bereut. Die Wärmebildkamera hat mir auf der Jagd in dem vergangenen Jahr viele tolle, spannende und auch überraschende Momente beschert.

Man geht nie Heim ohne Anblick gehabt zu haben

Es gab immer viel zu sehen und es verging keine Pirsch und kein Ansitz ohne Anblick - und wenn es nur eine Feldmaus war. Oft blieb der Finger bei der Jagd auf Schwarzwild gerade. Bei vermeintlich einzeln kommenden Stücken zeichneten sich schon mal die bei Dunkelheit sehr kontrastarmen Rückenlinien von Frischlingen im hohen Gras mit Hilfe der Wärmebildkamera deutlich ab. Ein Highlight war eine Frischlinge säugende Bache auf 15 im Bestand.
Genauso oft ergaben sich aber auch jagdliche Chancen. Man sieht das Wild wesentlich früher, als einen selbst eräugen kann. Man hat so die Möglichkeit, sich in Ruhe nach Wind und Wetter eine Strategie zurecht zu legen, wie zum Schuss kommen könnte.

Alles im Allem ergibt sich einem erstmal ein ziemlich gutes Bild über die Wildbestände und -bewegungen im Revier. Ob Hasen, Rehwild, Raubwild oder Schwarzwild - es macht einfach Spaß ungestört und vor allem nicht störend beobachten zu können.

Ansprechen mit der Wärmebildkamera ist anders

Für das Ansprechen speziell von Schwarzwild und die Entfernungseinschätzung mit dem Quantum Pulsar HD50s braucht man Übung. Die 2,8fache Standardvergrösserung spielt einem zu Anfang ab und an mal einen Streich. Das mag aber auch daran liegen, daß ich die negative Bilddarstellung im Pulsar nutze (warm ist heller, kalt dunkler), was eben nicht der normalen Sehgewohnheit entspricht.

Eine Unterscheidung zwischen Bache und Keiler anhand der Infrarotsignatur gestaltet sich anders als bei Licht. Die Haare des Pinsels zeichnen sich hier nicht ab, dafür sind z.B.die Steine (von hinten) ggf. gut zu erkennen, die Striche der Bache aber bis dato nicht. Aber auch hier gilt wie bei Licht: beobachten und lernen.

Gezielter Anpirschen

Wenn Wind und Licht stimmen kann man sich aber sehr gut an das Schwarzwild ranpirschen - Distanzen unter zehn Metern waren oft kein Problem. Wenn dann das Glas auf der Büchse genug Dämmerungsreserven hat, dann hat man gute Chancen auch zum Schuss zu kommen. Zu kurz sollte die Distanz aber nicht werden. Ich hatte mich einige Male in der Entfernung verschätzt, war zu nah dran und konnte nur noch verharren und das Stück ziehen lassen. Jede Bewegung hätte mich verraten und die Chance zum Schuss zu kommen war Null. Dafür gibt es dann aber immer einiges zu beobachten und zu lernen bis die Stücke weiter zogen.

Was noch zu beachten ist 

Selbst auf der niedrigsten Helligkeitsstufe beleuchtet die Wärmebildkamera im Dunkeln Kleidung, Ausrüstung und am Ende auch das helle Gesicht sichtbar. Zusätzlich verliert das genutzte Auge seine Fähigkeit im Dunkeln zu sehen. Theoretisch wäre letzeres weniger problematisch, weil ich für das HD50s ausschliesslich das linke Auge nutze, praktisch fehlt dem Sehzentrum im Gehirn das linke Bild für ein kontrastreicheres 3D Bild.
Diese beiden Probleme liessen sich einfach und nachhaltig durch den Rotfilter lösen. Lediglich bei einem längeren Aufenthalt im Regen kam es mal vor, daß der Rotfilter von innen beschlug.

 

Als Zubehör empfehle ich den seperat erhältlichen Tragegurt, nur so hat man schnell zwei Hände frei, wenn sich abzeichnet, daß es gleich losgeht.

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